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SEZ Berlin

on Sonntag, 07 April 2019.

Moderne Architektur über 15.000 Quadratmeter Glasfläche für bis zu 20.000 Besucher pro Tag und vom 1. Tag an ein Erfolg in Berlin

SEZ Berlin
© ReiseTravel.eu

Sport - Show - Talk: Das Sport- und Erholungszentrum wurde nach Plänen eines schwedischen Architektenteams von der Aufbauleitung Sondervorhaben Berlin nach über zwei Jahren Bauzeit, am 20. März 1981 von Erich Honecker, eingeweiht. Dieses Sport und Erholungszentrum Berlin - kurz SEZ - zog Millionen von Besuchern an.

Knotenpunkt: Berlin Kreuzung Landsberger Allee - Danzigerstraße

SEZ Berlin - Aktuell leider etwas in die Jahre gekommen!

„Das SEZ war früher ein beliebtes Haus für sportliche Betätigungen. Oft waren wir mit unseren Kindern dort zu Besuch. Leider wohnen wir nicht mehr in Berlin. Frage: Wann wurde das eigentlich eröffnet?“

An jeder Geschichte aus „alten“ Zeiten ist meist immer etwas dran. Vielen Dank für Ihre Zuschriften: Wir versuchen auf alle Fragen Antworten zugeben.

Die Kiezeule stöberte und wurde zum Thema fündig. Historie & Memoires sind nachgefragte Themen: Erinnern Sie sich noch?

Zum Thema: SEZ Berlin stellten wir Fragen an Redakteur und Regisseur Gerald H. Ueberscher

Wie waren die Vorbereitungen zur Eröffnung?

Das SEZ war schon ein imposantes Haus und bot mit der fest installierten Technik facettenreichen Möglichkeiten unterschiedlicher sportlich-künstlerischer Betätigungen. Für viele Bewohner Berlins und alle Besucher war es das wichtigste Bauwerk neben dem Palast der Republik. Es hat Freude gemacht, die Eröffnungsprogramme zu gestalten und kulturelles Neuland zu betreten. Unter Leitung von Otto Bark, Künstlerischer Leiter des SEZ, begannen im Januar 1981 die redaktionellen Vorbereitungen.

Otto Bark bildete ein Redaktionsteam. Einbezogen wurde Dieter Hunziger vom Berliner Rundfunk, Regisseur Gerald H. Ueberscher und Bernd Orzechowski vom SEZ, dem auch die Gesamtleitung oblag. Das daraus resultierende Ergebnis war die „Konzeption - Veranstaltungsreihe: Sport und Musik“.

Dessen Inhalt lautete: „Es gibt viele gute Gründe für Menschen aller Altersstufen, sich sportlich zu betätigen. Denn das regelmäßige Sporttreiben stabilisiert die Gesundheit, die kein Naturgeschenk ist. Außerdem ist sie ebenso wenig speicherbar wie die Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus bietet die sportlich-kulturelle Tätigkeit eine der besten Möglichkeiten sinnvoller Freizeitbeschäftigung. Sie vermittelt Erfolgserlebnisse, fördert den Wettbewerbsgedanken, die Geselligkeit und macht nicht zuletzt allen aktiv Beteiligten viel Spaß!

Unser Haus - das SEZ - hat sich unter anderem die Aufgabe gestellt, dass aktive Freizeitverhalten der Menschen zu fördern, ihren individuellen Neigungen und Interessen vielseitige Anregungen zu geben und die Entwicklung von Talenten und Fähigkeiten zu unterstützen. Darüber hinaus wird der Gestaltung von Programmen, die profilierte Künstler aller Art und Besucher in einen unmittelbaren Kontakt bringen ein außerordentlicher Stellenwert beigemessen.

Konkret gefordert werden in diesem Zusammenhang Sportlich-Unterhaltende Veranstaltungen unter Nutzung der vielfältigen Einrichtungen des Hauses, die das Interesse der Bürger an regelmäßiger sportlicher Betätigung, sportlichem Wettstreit und körperlichem üben erweitern und vertiefen und die neue  Möglichkeiten der Verbindung von aktiver Betätigung und Unterhaltung in dar Freizeit eröffnen. Zitat: „Die Formen und Inhalte dieser Veranstaltungen spiegeln die Vielfalt des kulturellen, Lebens wider und schöpfen gleichermaßen die spezifischen  Möglichkeiten einer engen Verbindung von Sport und Kultur aus“.

Alle diese Forderungen, Hinweise und Festlegungen und Aufgabenstellungen waren für uns der Ausgangspunkt für Überlegungen und Maßnahmen, die zur Konzertierung der Reihe  SPORT und MUSIK führten. Die in dieser Reihe vorgesehenen Veranstaltungen stellen ein Novum auf diesem Gebiet dar, Sie sind eine Synthese von Unterhaltung und Sport wie es sie bisher nicht gab.

Der Weg: Erstmals steht mit dem SEZ ein Objekt zur Verfügung, dass alle räumlichen und technischen Voraussetzungen für die Durchführung einer so anspruchsvollen Veranstaltungsreihen wie Sport und Musik besitzt. Darüber hinaus kann auf einen großen Stab erfahrener Fachleute als sportliche Berater und Betreuer zurückgegriffen werden.

Ganz entscheidend für den Erfolg der Reihe ist eine geglückte, nahtlose Verbindung von Unterhaltungskunst und Sport“.

Das erarbeitete Konzept wurde von den vorgesetzten Stellen akzeptiert und nach der Eröffnung von uns allen in die Tat umgesetzt. Wir hatten Erfolg und der hielt über Jahre an.  

Wie sah das im Detail aus?

Die moderne und offene Architektur des SEZ mit über 15.000 Quadratmeter Glasfläche betonte auch von außen den einladenden Charakter. Der gesamte Komplex war für bis zu 20.000 Besucher pro Tag ausgelegt und die Gäste kamen auf Anhieb in Scharen. Die von uns vorgesehene Reihe „Sport und Musik“ umfasste drei verschiedene Veranstaltungsarten: Trainings – Werkstatt, Tanz – Gymnastik, Athleten – Werkstatt.  

Bereits am 2. April 1981 starteten wir mit der Gymnastikwerkstatt, moderiert von Kuno, ein beliebter Radio-Moderator sowie der Gymnastiktrainerin Dora Scholl, begleitet von ihrer Gymnastikgruppe. Susan Baker, Solistin vom TV-Ballett bereicherte das Programm, ebenso die Artisten Jonki & Margit sowie die Happies vom Zirkus. Stargast des Abends war Dean Reed aus den USA. Gleich zum Start: Ein super Erfolg!

Am 13. April 1981 folgte „Sport und Musik“ mit der Reihe: Fußballwerkstatt.

Im Vordergrund standen die damals sehr populären Spieler von Dynamo Berlin mit den Spielern Rudwaleit, Schwerdtner, Terletzki, Netz und Troppe um nur einige zu nennen.

Die Fußballwerkstatt wurde ebenfalls ein Gaudi und riesiger Erfolg. Fußballer zum Anfassen, das war neu in Berlin. Sportlich betätigten sich die Künstler Achim Mentzel, Peter Albert und Ingrid Raack.

Am 3. Mai 1981 startete: Roll-Zeit. Dies war ein Magazin für Schüler am Sonntagvormittag. Genutzt wurde die Rollschuhbahn und es traten auf: Heike Lehmann und Christiane Dost, DDR-Meister im Rollkunstlauf. Vom Berliner Leierkastenmann bis hin zu Frank Cerry – Tanzende Teller und ein Rad, wurde eine breite Palette gezogen. Der Sänger Gerd Christian begeisterte und die Sängerin Tina war auf Rollschuhen zu bestaunen.

Dem folgte am 13. Mai 1981 die: Volleyball-Werkstatt. Unter Erfolgstrainer Franz Brettschneider agierten die Spieler von Dynamo Berlin.

Am 10. Juni 1981 startete unsere Artisten-Werkstatt und das mit dem Untertitel: „Ihr Kindertraum wird wahr“. Unter Leitung von Gerd Krieja traten Lehrer und Studenten der Fachschule für Artistik Berlin auf.  

Sehr viele Mitwirkende?

Jede einzelne Veranstaltung der Reihe „Sport und Musik“ wurde auf der Grundlage der Konzeption immer intensiv vorbereitet. Absprachen im Vorfeld der Auftritte waren immer notwendig. Im Endprinzip hat sich diese immense redaktionelle Arbeit ausgezahlt. Wir hatten mit jeder Veranstaltung Erfolg. 

Wir reagierte das Publikum?

Absolut positiv. Doch es gab im Prinzip keine „Zuschauer“, denn diese wurden auch mit in das Geschehen einbezogen. Sie mussten ja selbst aktiv werden. Auf der Aktionsfläche machten alle mit und vom Rand des Spielfeldes kam Applaus. Lange Warteschlangen vor den Eingängen waren keine Seltenheit. Um den Andrang zu begrenzen, wurde Eintritt erhoben. Zu unseren Veranstaltungen mussten die Erwachsenen 3,10 Mark bezahlen. 

Wie ging es nach der Eröffnung weiter?

Nach dem erfolgreichen Start der einzelnen Folgen der Reihe „Sport und Musik“ war das SEZ-Team voll eingespielt. Die Veranstaltungen wurden zum „Selbstläufer“. Die festangestellten Mitarbeiten setzten dann in der Folgezeit die Konzeption um. Das SEZ war bekannt und geschätzt und das nicht nur wegen seiner vielen modernen Sporteinrichtungen, sondern auch für sein Veranstaltungsprogramm. Aus allen Teilen des Landes kamen die Besucher und die wollten auch fast alle selbst aktiv werden. So ein modernes Haus gab es ja sonst nirgendwo. 

Gibt es für Sie Erinnerungen?

Unbedingt. Das SEZ wirkte wie ein Magnet, mit vielen Millionen Besuchern. Diese, meine, kreative Arbeit mit so bekannten Sportlern den zahlreichen Künstlern, fordert und spornt an. Dadurch fand ich Ideen zu neuen Projekten, konnte diese mit so manchen Beteiligten besprechen. Ja, ich hatte im SEZ Erfolge und die konnte ich in meinen anderen „Sport-Shows“ gut einfließen lassen, zum Beispiel in die „Fußballspiel der Prominenten“, „Neptunfeste“ oder „Gala auf den Eis“. Für mich war das SEZ eine gute Schule.  

Vielen Dank

Ihre Su Kramer.


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Autor:

Reisetravel EU / KiezEuleBerlin

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